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Gebete und Gedanken zum Gründonnerstag 09.04.2020


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- 1 - 
Das Leben ist so:
Du wirst hineingeworfen wie in ein kaltes Wasser, ungefragt,
ob du willst oder nicht. Du kommst lebend nicht mehr heraus.

Darüber kannst du
a) unglücklich sein und ersaufen;
b) dich lustlos und frierend so lange über Wasser halten, bis es vorbei ist;
c) einen Sinn suchen und einfordern und dich grämen, weil er sich nicht zeigt;
oder du kannst
d) dich darin voller Freude tummeln wie ein Fisch und sagen:
"Ich wollte sowieso ins Wasser, kaltes Wasser ist meine Leidenschaft. Was für ein verdammt schönes Vergnügen, Leute!"

(Janosch)

- 2 - 
Tisch des Herrn
Er hat uns alle an einen Tisch gebracht,
unter den nichts fallen kann,
von dem nichts gefegt und über den niemand gezogen wird.
Er hat uns alle an seinen Tisch gebracht,
damit vom Tisch kommt,
was uns trennt und wir reinen Tisch machen können
mit ihm und mit uns.

(Tobias Petzoldt)

- 3 - 
Was ich empfangen habe sind Brot und Wein.
Brot,
das ist Alltag und Arbeit und Last, das ist Hunger und Kauen und Schlucken.
Wein,
das ist Fest und Gemeinschaft und Tanz, das ist über den Durst hinaus
Geschenk des Himmels.
Herr, das ist unser Fest:
Du bückst dich hinein ganz tief in alle Tage des Lebens und holst,
die ganz unten sind hinein in den Himmel deiner Liebe.
Was ich empfangen habe, das gebe ich weiter zu deinem Gedächtnis.

(Kurt Weigel)

- 4 - 
Unscheinbar und klein war auch das Zeichen,
das Du gesetzt hast am letzten Abend:
Was ist schon ein Bissen Brot - bei so viel Hunger!
Was ist schon ein Schluck Wein - bei so viel Kälte!
Was sind schon ein Dutzend Freunde - in solcher Welt!
Wahrlich, ein Geheimnis unseres Glaubens.
So verborgen und klein wächst Deine neue Welt.
Am Abend,
an dem Du ausgeliefert wurdest
und Dich aus freiem Willen dem Leiden unterwarfst,
nahmst Du das Brot und sagtest Dank,
brachst es, reichtest es Deinen Jüngern und sprachst:
"NEHMET UND ESSET ALLE DAVON DASS IST MEIN LEIB, DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD."

(H.-J. Coenen)

- 5 - 
Der, von dem ich erzählen will, wurde geboren in Armut und starb noch jung
mit ausgebreiteten Armen am Kreuz einen schrecklichen Tod.
Warum? Worin bestand seine Schuld? Oder anders gefragt: wem war er im Weg? Er raubte kein Geld, kein Land, stürzte keinen vom Thron, zog nicht in den Krieg, schrieb nicht einmal Bücher.
Der Ort, wo er aufwuchs wie andere auch war ohne Bedeutung: ein Nest in den Bergen am Rande des riesigen römischen Reiches. Er lernte ein Handwerk, zimmerte Möbel, bis er die Werkstatt verließ und sein Dorf und umherzog im Land, das Wort auszusäen.
Er sah, wie man weiß, weder Rom noch Athen. Aber er sah seinen Vater im Himmel und sah auf der Erde die Menschen im Dunkel und lehrte sie sehn mit anderen Augen. Er heilte Kranke, rief Tote ins Leben. So zog er umher und warb um die Herzen und sprach von der Liebe, dem Königreich Gottes.
Er starb, wie er lebte, und lebte, wie er starb: Mit ausgebreiteten Armen.

(Lothar Zenetti)

- 6 - 
Zwölf Jünger sitzen zu Tische, bringen nichts als ihre Leere und Trauer,
einer speist und tränkt sie, aus Fülle überfließend.
Bald wird er ihnen überflüssig sein, verraten, verlassen, verleugnet, vom Tisch des Lebens verstoßen, ein glückloser Dreizehnter, der nicht mehr zählt.
Wer wird seinen Platz einnehmen?
Jünger sitzen zu Tische, bringen Gaben und Güter des Glaubens,
Besitztümer von Geist und Seele und bald auch der Hände. Auf dem leeren Platz häuft sich der Überfluss, lässt keinen Raum frei für die zahllosen Unglücklichen.
Wird er seinen Platz noch einmal einnehmen?
Jünger sitzen zu Tische, erschrecken jäh über die Abwesenden, die vom Tisch des Lebens verdrängt sind, sie rücken zusammen auf engere Plätze, um Raum zu schaffen für die Vielen, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, und lassen dem Einen Raum, der erst wieder mittrinken wird, wenn alle mittrinken können.

(Werner Reiser)

- 7 - 
Ich kann nicht glauben,
dass am Ende das Nichts und die Sinnlosigkeit stehen werden.
Ich kann nicht glauben,
dass Verzweiflung und Tod einmal das Letzte Wort haben werden.
Ich kann nicht glauben,
dass die Schwachen und Armen am Ende die Verlierer sein werden.
Ich kann nicht glauben,
dass Täter und Unterdrücker schließlich als Sieger dastehen.
Ich kann nicht glauben,
dass was die Wissenschaft feststellt, die ganze Wirklichkeit sein soll.
Ich kann nicht glauben,
dass die guten Taten der Menschen vergeblich gewesen sein sollen.
Ich kann nicht glauben,
dass der Kosmos ohne einen genialen Schöpfer entstanden ist.
Ich kann nicht glauben,
dass wir all die Verstorbenen niemals wiedersehen werden,
die wir hier auf Erden so sehr geliebt haben.
Nein, das alles glaube ich nicht.
Ich glaube an das Leben.
Ich glaube an eine Zukunft jenseits des Todes.
Ich glaube an einen Gott, der mich nach dem irdischen Leben in seine Arme schließen wird.
Ich glaube, dass alle Menschen, die sich um das Gute bemühet haben und die Gott vertraut haben, am Ende ein Glück erleben werden, wie sie es hier auf Erden nicht erlebt haben.

(P. Wilhelm Ruhe)

Vorschläge aus dem Gotteslob:

  • Seite 50 Nr. 7, 7
  • Seite 68 Nr. 13, 2
  • Seite 80 Nr. 17, 4
  • Seite 86 Nr. 19, 4